Trennungsgrund Zocken – wenn Videospiele eine Beziehung belasten

Videospiele sind für viele Menschen ein beliebtes Hobby, doch manchmal kann exzessives Zocken zu ernsthaften Problemen in der Partnerschaft führen. In manchen Fällen ist „zu viel Zocken“ sogar der Grund für Trennungen oder Streit.


1. Wann Zocken zum Problem wird

Gaming ist dann problematisch, wenn es:

  • die Beziehung vernachlässigt
  • ständige Konflikte verursacht
  • andere Lebensbereiche beeinträchtigt, z. B. Haushalt, Arbeit oder gemeinsame Freizeit
  • Gefühle von Einsamkeit, Ablehnung oder Frust bei Partner*innen auslöst

Beispiele aus Beziehungen:

  • Er/sie spielt täglich mehrere Stunden, statt Zeit miteinander zu verbringen
  • Gemeinsame Pläne werden ständig verschoben
  • Streit über Gaming eskaliert regelmäßig

2. Hintergründe für exzessives Gaming

  • Stressabbau oder Flucht: Manche nutzen Spiele, um Probleme zu vergessen oder sich zu entspannen
  • Suchtverhalten: Im Extremfall kann es sich um Gaming Disorder handeln (WHO, ICD-11)
  • Soziale Interaktion online: Multiplayer-Spiele bieten Freundschaften, die offline manchmal vernachlässigt werden

3. Typische Folgen für die Beziehung

  • Gefühl der Vernachlässigung: Partner fühlt sich weniger wichtig
  • Kommunikationsprobleme: Streit oder Distanz
  • Geringere emotionale Nähe: Gemeinsame Interessen oder Aktivitäten gehen verloren
  • Trennung: Bei dauerhaftem Konflikt kann exzessives Zocken tatsächlich Beziehungsende bedeuten

4. Wie Paare das Problem angehen können

  1. Offen über Gefühle sprechen – Ich-Botschaften helfen:
    „Ich fühle mich oft allein, wenn du lange spielst.“
  2. Gemeinsame Regeln vereinbaren – feste Gaming-Zeiten vs. Wir-Zeiten
  3. Alternative Aktivitäten finden – gemeinsame Hobbys oder Dates
  4. Externe Hilfe – Paarberatung oder Suchtberatung, wenn Konflikte oder Suchtanzeichen bestehen

5. Selbstschutz und Perspektive

  • Eigene Interessen pflegen: Sport, Freunde, Hobbys
  • Grenzen setzen: Auch ein gesundes „Nein“ kann notwendig sein
  • Entscheidung treffen: Wenn trotz Kompromissen keine Veränderung passiert, kann Trennung ein gesunder Schritt sein

Fazit

Zocken ist an sich kein Grund für Trennung – exzessives oder unverantwortliches Gaming kann es jedoch werden.
Wichtig ist:

  • Kommunikation, Kompromisse und Verständnis
  • Frühzeitiges Ansprechen von Problemen
  • Grenzen setzen, um emotionale Gesundheit zu schützen

In einigen Fällen ist Trennung die gesunde Lösung, wenn die Beziehung dauerhaft belastet wird.