Videospiele sind ein beliebtes Hobby weltweit – doch bei einigen Menschen kann das Spielen zu problematischem Verhalten führen, das auch als Gaming-Sucht bezeichnet wird. Offiziell spricht man in der Medizin von „Gaming Disorder“, die von der WHO als psychische Störung klassifiziert wird.
1. Prävalenz weltweit
- Laut der WHO (2022) zeigen etwa 1–3 % der Spieler weltweit Anzeichen einer Gaming-Sucht.
- Die Zahlen variieren je nach Studie und Altersgruppe:
- Teenager und junge Erwachsene sind am stärksten betroffen
- Männer sind häufiger betroffen als Frauen (ca. 2:1 Verhältnis)
2. Gaming in Deutschland
- Spieler insgesamt: ca. 34 Millionen Deutsche spielen regelmäßig Videospiele.
- Problematische Nutzung / Sucht: etwa 0,8–1,5 % der Spieler – das entspricht rund 250.000 bis 500.000 Personen.
- Altersgruppe 12–25 Jahre ist am stärksten gefährdet.
- Jungen/Männer deutlich häufiger betroffen als Mädchen/Frauen. (bundesgesundheitsministerium.de)
3. Symptome einer Gaming-Sucht
Die WHO listet folgende Hauptmerkmale:
- Kontrollverlust: Unfähigkeit, Spielzeit zu begrenzen
- Priorisierung: Spielen wird wichtiger als Arbeit, Schule oder soziale Kontakte
- Fortsetzung trotz negativer Folgen: Physische oder psychische Probleme werden ignoriert
Weitere Anzeichen: Schlafmangel, Vernachlässigung von Hobbys, Rückzug aus Familie und Freunden.
4. Durchschnittliche Spielzeit
- Deutschland: Jugendliche zwischen 12–17 Jahren spielen durchschnittlich 2–3 Stunden täglich
- Erwachsene: durchschnittlich 1–2 Stunden pro Tag
- Stark gefährdete Personen: über 6–8 Stunden täglich, oft auf Kosten von Schlaf und Arbeit/Schule
5. Folgen von Gaming-Sucht
- Psychische Probleme: Depression, Angststörungen, soziale Isolation
- Physische Probleme: Rückenschmerzen, Übergewicht, Augenbelastung
- Akademische/berufliche Folgen: Leistungsabfall, Schul- oder Jobausfälle
- Familiäre Konflikte: Spannungen und Streitigkeiten durch exzessives Spielen
6. Prävention und Hilfe
- Familienregeln & Bildschirmzeiten: Klare Grenzen für Jugendliche
- Pädagogische Programme: Schulen und Jugendzentren
- Therapieangebote: Verhaltenstherapie, Gruppentherapie, spezialisierte Beratungsstellen
- Online-Hotlines & Selbsthilfegruppen (z. B. „Spielsucht Deutschland e. V.“)
7. Fazit
Gaming ist für die Mehrheit ein sicheres Hobby – nur ein kleiner Prozentsatz entwickelt problematisches Verhalten.
- 1–3 % weltweit, in Deutschland etwa 250.000–500.000 Betroffene
- Junge Männer sind am stärksten gefährdet
- Frühe Prävention, Kontrolle der Spielzeit und soziale Unterstützung sind entscheidend, um die Risiken zu minimieren