Der Markt für Gaming-Grafikkarten bleibt 2026 fest in der Hand von NVIDIA. AMD ist der wichtigste Konkurrent, während Intel mit der Arc-Familie weiterhin versucht, sich dauerhaft im Markt für diskrete GPUs zu etablieren. Gleichzeitig verändert sich der Markt: Neue Grafikkartengenerationen, steigende Speicherpreise und der enorme Bedarf an GPUs für KI-Anwendungen beeinflussen auch das Angebot für PC-Spieler.
Doch wie groß sind die Marktanteile von NVIDIA, AMD und Intel tatsächlich? Und welche Hersteller gewinnen 2026 an Bedeutung?
NVIDIA bleibt mit großem Abstand Marktführer
Wer wissen möchte, welche Grafikkarten Gamer tatsächlich verwenden, findet eine besonders interessante Datenquelle in der monatlichen Steam Hardware Survey. Sie erfasst die Hardware von Steam-Nutzern und gibt damit einen guten Einblick in die installierte Basis von Gaming-PCs.
Nach den im Juli 2026 veröffentlichten Steam-Daten entfielen rund 72,7 Prozent der erfassten Grafikkarten auf NVIDIA, während AMD auf etwa 18,7 Prozent und Intel auf rund 8,2 Prozent kamen. Die Werte beziehen sich auf die von Steam erfasste Hardwarebasis und nicht auf weltweite Verkaufszahlen.
Damit besitzt NVIDIA bei PC-Gamern weiterhin eine sehr komfortable Führungsposition.
Warum Steam für Gaming-GPUs besonders interessant ist
Bei allgemeinen GPU-Marktstatistiken werden häufig sämtliche Grafikprozessoren betrachtet. Dazu gehören auch integrierte GPUs in Notebooks und Desktop-Prozessoren sowie professionelle und industrielle Anwendungen.
Für die Frage „Welche GPU-Hersteller dominieren beim Gaming?“ ist die Steam Hardware Survey deshalb besonders interessant. Sie zeigt nicht primär, wie viele Grafikkarten im vergangenen Quartal verkauft wurden, sondern welche Hardware in den PCs der Steam-Nutzer tatsächlich vorhanden ist.
Valve beschreibt die Hardware Survey als monatliche Erhebung der Hardware- und Softwarekonfigurationen von Steam-Nutzern.
Das bedeutet allerdings auch: Die Steam-Daten sind keine klassische Marktanteilsstatistik.
NVIDIA: Die klare Nummer eins
NVIDIA dominiert den Gaming-GPU-Markt auch 2026 weiterhin deutlich.
In der Steam Hardware Survey finden sich zahlreiche NVIDIA-Modelle unter den meistgenutzten Grafikkarten. Dazu gehören ältere GeForce-Generationen ebenso wie die aktuellen RTX-50-Modelle.
In den aktuellen Steam-Daten gehören beispielsweise die RTX 4060 Laptop GPU, RTX 3060, RTX 5060, RTX 5070 und RTX 3050 zu den besonders stark vertretenen NVIDIA-Modellen. Die RTX 4060 Laptop GPU liegt mit 3,81 Prozent sogar an der Spitze der einzelnen GPU-Modelle in der verfügbaren Steam-Auswertung.
Auch die RTX-50-Serie gewinnt weiter an Gewicht. Nach einer Auswertung der Juli-Daten kamen die RTX-50-Modelle zusammengenommen auf rund 16,6 Prozent der von Steam erfassten Systeme, wenn Desktop- und Notebookvarianten zusammen betrachtet werden.
Warum NVIDIA so stark bleibt
Mehrere Faktoren erklären die Dominanz:
- sehr große installierte Basis älterer GeForce-Karten
- breite Produktpalette von Einsteiger- bis High-End-Modellen
- starke Präsenz in Gaming-Notebooks
- etablierte Treiber- und Softwareplattform
- DLSS und Frame Generation
- hohe Verbreitung von Raytracing-fähigen RTX-Karten
- starke Marktposition bei OEMs und Komplett-PCs
Besonders wichtig ist der sogenannte Ökosystemeffekt: Wer bereits eine NVIDIA-Karte besitzt und mit Treibern, DLSS und anderen Funktionen zufrieden ist, bleibt beim nächsten Upgrade häufig bei NVIDIA.
AMD: Die wichtigste Alternative
AMD liegt bei der installierten Steam-Gaming-Hardware deutlich hinter NVIDIA, bleibt aber der wichtigste direkte Konkurrent.
Die Radeon-Produktfamilie deckt insbesondere den Mittelklasse- und Performance-Bereich ab. Mit der RX-9000-Serie versucht AMD, seine Position gegenüber den aktuellen GeForce-Generationen weiter auszubauen.
In der Steam-Auswertung waren im Juli 2026 beispielsweise die Radeon RX 9070 XT mit rund 1,40 Prozent und die RX 9060 XT mit rund 0,76 Prozent vertreten.
Das klingt auf den ersten Blick nach wenig. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass neue Grafikkarten Zeit benötigen, um sich in der installierten Basis älterer Modelle durchzusetzen.
AMD gewinnt bei VRAM an Aufmerksamkeit
Ein interessantes Signal für AMD und den gesamten Gaming-GPU-Markt ist die Entwicklung des Grafikspeichers.
Im Juli 2026 waren erstmals Grafikkarten mit 16 GB VRAM die am häufigsten vertretene Speicherklasse in der Steam Hardware Survey. Ihr Anteil lag bei 25,90 Prozent und damit knapp vor den 8-GB-Karten mit 25,32 Prozent.
Das ist für AMD relevant, weil zahlreiche Radeon-Karten mit vergleichsweise großzügiger Speicherausstattung angeboten werden.
Für moderne Spiele wird VRAM zunehmend wichtig. Hohe Texturqualität, Raytracing, große Open-World-Umgebungen und hohe Auflösungen können den Speicherbedarf deutlich erhöhen.
Intel: Kleiner Player mit wachsender Bedeutung
Intel ist ein Sonderfall.
Der Konzern ist zwar ein sehr großer Anbieter von Grafiklösungen, doch ein erheblicher Teil der Intel-Grafikchips befindet sich in integrierten Lösungen. Bei klassischen dedizierten Gaming-Grafikkarten ist die Situation eine andere.
Mit Intel Arc versucht der Konzern, sich im Markt für diskrete GPUs zu etablieren.
In der Steam-Auswertung lag Intel Arc Graphics zuletzt bei rund 0,28 Prozent. Zusätzlich erscheinen verschiedene Intel-UHD- und Iris-Xe-Lösungen in der Statistik.
Die rund 8 Prozent Herstelleranteil aus der Steam-Auswertung dürfen deshalb nicht mit einem Anteil von 8 Prozent am Markt für dedizierte Gaming-Grafikkarten gleichgesetzt werden. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf integrierte Grafiklösungen.
Was sagen Verkaufszahlen über den echten GPU-Markt?
Hier wird der Vergleich komplizierter.
Jon Peddie Research (JPR) veröffentlicht regelmäßig Daten zum Markt für sogenannte Add-in Boards (AIBs). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um separate Grafikkarten, wie sie typischerweise in Desktop-Gaming-PCs eingesetzt werden.
Für das erste Quartal 2026 meldete JPR weltweit rund 11,82 Millionen ausgelieferte AIBs. Gegenüber dem Vorquartal gingen die Stückzahlen leicht zurück, lagen aber 8,3 Prozent über dem Vorjahresquartal.
JPR meldete für Q1 2026 gegenüber dem Vorquartal einen leichten Rückgang des AMD-Anteils um 0,04 Prozentpunkte, während Intel um 0,4 Prozentpunkte zulegte und NVIDIA um 0,4 Prozentpunkte zurückging.
Die genauen prozentualen Werte der Hersteller werden in der öffentlich zugänglichen JPR-Mitteilung jedoch nicht als Text angegeben, sondern in einer kostenpflichtigen beziehungsweise grafisch dargestellten Marktstatistik. Deshalb sollte man hier keine scheinpräzisen Prozentzahlen aus nicht verifizierten Sekundärquellen übernehmen.
NVIDIA vs. AMD vs. Intel: Zwei unterschiedliche Perspektiven
Je nachdem, welche Statistik man betrachtet, entsteht ein etwas anderes Bild.
| Hersteller | Steam-Gaming-Hardware, Juli 2026 | Position bei dedizierten Desktop-GPUs |
|---|---|---|
| NVIDIA | ca. 72,7 % | klare Nummer 1 |
| AMD | ca. 18,7 % | klare Nummer 2 |
| Intel | ca. 8,2 % | deutlich kleiner, Arc im Aufbau |
Die Steam-Zahlen sind dabei Herstelleranteile an der erfassten Grafik-Hardware und keine reinen AIB-Verkaufsanteile. Gerade bei Intel ist diese Unterscheidung entscheidend, weil integrierte Grafiklösungen einen erheblichen Teil der Intel-Werte ausmachen.
Der Markt für Gaming-GPUs schrumpft nicht einfach – er verändert sich
Der klassische Grafikkartenmarkt steht 2026 vor mehreren Herausforderungen.
Zum einen werden integrierte GPUs immer leistungsfähiger. Moderne Prozessoren können einfache und teilweise sogar anspruchsvollere Spiele ohne separate Grafikkarte ausführen.
Zum anderen sind Gaming-Grafikkarten teurer geworden.
Jon Peddie Research berichtete für das vierte Quartal 2025 von 11,48 Millionen ausgelieferten Add-in Boards und verwies auf steigende Speicherpreise und Zölle als Belastungsfaktoren. JPR prognostizierte zudem, dass der PC- und AIB-Markt 2026 unter diesen Bedingungen deutlich schrumpfen könnte.
Das macht die Situation für die Hersteller schwieriger: Einerseits steigen die technischen Anforderungen moderner Spiele, andererseits werden leistungsfähige Grafikkarten für viele Käufer zunehmend teuer.
Der KI-Boom beeinflusst den Gaming-GPU-Markt
Eine weitere Besonderheit des Jahres 2026 ist der enorme Bedarf an GPUs für künstliche Intelligenz.
NVIDIA ist hier besonders stark positioniert. Der Konzern erzielt inzwischen den weitaus größeren Teil seines Geschäfts mit Rechenzentrumslösungen und KI-Beschleunigern, während Gaming im Vergleich dazu deutlich kleiner geworden ist.
Für Gamer kann diese Entwicklung ambivalent sein.
Einerseits führt die starke GPU-Nachfrage zu enormen Investitionen in neue Chipgenerationen und Fertigungskapazitäten. Andererseits konkurriert der Gaming-Markt indirekt um knappe Produktionsressourcen, Speicher und fortschrittliche Fertigungstechnologien.
Auch JPR verweist 2026 auf begrenzte Versorgung und hohe Speicherpreise als Belastungsfaktoren für den AIB-Markt.
Welche GPU-Marke liegt 2026 vorne?
Die Antwort hängt davon ab, was mit „Marktanteil“ gemeint ist.
Bei der installierten Gaming-Hardware auf Steam ist NVIDIA eindeutig führend. Mit rund 72,7 Prozent liegt der Hersteller weit vor AMD und Intel.
Bei dedizierten Desktop-Grafikkarten bleibt NVIDIA ebenfalls der dominierende Anbieter. JPRs aktuelle AIB-Daten bestätigen die klare Führungsposition, auch wenn die öffentlich verfügbaren Berichte nicht alle absoluten Herstelleranteile ausweisen.
AMD ist die wichtigste Alternative. Die Radeon-Karten verfügen über eine etablierte Nutzerbasis und profitieren unter anderem von einer starken Position im Preis-Leistungs- und VRAM-Bereich.
Intel ist der Herausforderer. Arc hat bislang noch keinen mit NVIDIA oder AMD vergleichbaren Anteil am Markt für dedizierte Gaming-GPUs erreicht, bringt aber zusätzlichen Wettbewerb in den Markt.
Was bedeutet das für Gamer?
Für Spieler bedeutet die aktuelle Marktsituation vor allem eine große Auswahl, aber keine gleichmäßige Verteilung der Marktanteile.
NVIDIA bleibt die dominierende Plattform und besitzt das mit Abstand größte Gaming-Ökosystem. AMD bietet eine ernsthafte Alternative und kann insbesondere bei bestimmten Preis-, Speicher- und Rasterizing-Szenarien interessant sein. Intel Arc ist vor allem für Käufer spannend, die einen dritten Anbieter unterstützen und bei bestimmten Preispunkten eine Alternative suchen.
Ein Blick auf den reinen Marktanteil sollte deshalb nicht die einzige Kaufentscheidung sein.
Entscheidend sind vielmehr:
- Preis pro FPS
- VRAM-Kapazität
- Verbrauch und Effizienz
- Raytracing-Leistung
- Upscaling und Frame Generation
- Treiberqualität
- Spielekompatibilität
- Lautstärke und Kühldesign
- langfristige Softwareunterstützung
Fazit: NVIDIA dominiert, AMD bleibt Nummer zwei, Intel kämpft um Marktanteile
Der Gaming-GPU-Markt 2026 ist weiterhin stark konzentriert.
NVIDIA ist mit rund 72,7 Prozent der auf Steam erfassten Grafik-Hardware klarer Marktführer. AMD folgt mit etwa 18,7 Prozent, während Intel inklusive integrierter Grafiklösungen bei rund 8,2 Prozent liegt.
Bei dedizierten Desktop-Grafikkarten ist NVIDIA ebenfalls mit großem Abstand führend. AMD bleibt der einzige ernsthafte Wettbewerber mit einer großen Radeon-Nutzerbasis. Intel dagegen befindet sich mit Arc noch in einer Aufbauphase.
Gleichzeitig verschiebt sich der Markt: 16 GB VRAM haben im Juli 2026 erstmals die 8-GB-Klasse als häufigste Speichergröße unter Steam-Nutzern überholt.
Damit zeigt sich ein wichtiger Trend für die kommenden Jahre: Nicht nur der Hersteller, sondern auch Speicherausstattung, KI-Funktionen, Upscaling, Effizienz und Software werden den Wettbewerb zwischen NVIDIA, AMD und Intel bestimmen.
